Tipps & Tricks rund um Fliesen

Fliesen – die verschiedenen Arten und Qualitätsmerkmale

Es gibt zahlreiche Fliesenarten, die sich nicht nur optisch unterscheiden, sondern auch in Bezug auf die Beanspruchung, auf die Rutschfestigkeit sowie die Wasseraufnahme des Materials. Diese grundsätzlichen Qualitätsmerkmale entscheiden darüber, in welchem Bereich sie eingesetzt werden können. Welche Fliesenarten es gibt und worin sie sich unterscheiden – wir haben zusammen mit den Fliesenleger Ludwigshafen Meisterbetrieb – Fliesen Wadlinger die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst.

Die verschiedenen Fliesenarten

 

1. Die Keramikfliese als Klassiker unter den Fliesen

Die Keramikfliese wird am häufigsten verwendet. Sie wird in drei verschiedene Kategorien unterteilt, in Steingut, Steinzug und in Feinsteinzeug, die alle drei aus einem Gemisch aus Sand, Ton und Feldspat gefertigt sind. Keramikfliesen unterscheiden sich jedoch in ihrer Zusammensetzung und bezüglich der Brenntemperatur.

– Steingutfliesen: Steingut wird bei Temperaturen zwischen 900 und 1.100 Grad Celsius gebrannt. Das hat zur Folge, dass Wasser ausgetrieben wird, sodass Steingutfliesen grobporig sind, weshalb sie sich leicht zuschneiden und in verwinkelten Bereichen gut verlegen lassen. Die Grobporigkeit führt dazu, dass sie eine hohe Wasseraufnahmebereitschaft aufweisen. Aus diesem Grund sind sie nicht frostsicher und sollten im Innenbereich verlegt werden. Ab einer Temperatur von 1.200 Grad Celsius verschmelzen die Kristalle und bilden an der Oberfläche eine glasartige Schicht, die auch als Sinterschicht bezeichnet wird.

– Steinzeugfliesen: Steinzeug besteht aus Feinkeramik. Es wird trockengepresst und bei Temperaturen zwischen 1.150 und 1.300 Grad Celsius gebrannt. Aufgrund der hohen Temperatur weisen Steinzeugfliesen eine höhere Festigkeit und eine geringere Porosität als Steingut auf. Steinzeug ist abriebfest, frostsicher und robuster gegen Säuren, Laugen und Verschleiß. Steinzeugfliesen gibt es in glasierter und unglasierter Ausführung und werden als Bodenfliesen im Innen- und Außenbereich verwendet.

– Feinsteinzeugfliesen: Feinsteinzeugfliesen sind Steinzeugfliesen mit einer besonders niedrigen Wasseraufnahmekapazität. Grund ist, dass sie unter hohem Druck gepresst und bei Temperaturen bis zu 1.300 Grad Celsius im Rollenofen gebrannt werden. Da der Rohstoff Feldspat beigemischt wird, der einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt aufweist, kommt es zu keiner Porenbildung, sodass Feinsteinzeugfliesen sehr strapazierfähig sind. Sie sind frostsicher und eignen sich als Bodenbelag für beanspruchte Böden im Innen- und Außenbereich. Feinsteinzeugfliesen werden glasiert und unglasiert angeboten.



2. Natursteinfliesen in einzigartigem Design

Natursteinfliesen bestehen meist aus Marmor oder Granit, teilweise aber auch aus Kalkstein, Sandstein, Basalt, Travertin, Quarzit oder Schiefer. Das Besondere an Natursteinfliesen sind die durch die Materialien begründeten verschiedenartigen Maserungen, die jede Fliese einzigartig wirken lassen. Treppen und Bodenbeläge für Flure, Wohnzimmer und Schlafzimmer sind bevorzugte Orte, für die Natursteinfliesen verwendet werden. Manche Natursteinfliesen reagieren sehr empfindlich auf Wasser, sodass sie für Nassbereiche nur bedingt geeignet sind.

Qualitätsmerkmale von Fliesen: Glasur, Abriebfestigkeit, Ritzhärte und Rutschfestigkeit

Der Vorteil von glasierten Fliesen gegenüber unglasierten ist, dass sie schmutzabweisend und leichter zu reinigen sind. Die Glasur schützt außerdem vor chemischen Einflüssen, vor UV-Strahlung und wirkt überdies wasserabweisend, sodass sie sich für Nassräume, insbesondere für Badezimmer und WC´s, eignen. Unglasierte Fliesen zeichnen sich im Gegensatz dazu durch eine höhere Rutschfestigkeit und eine geringere Anfälligkeit in Bezug auf Kratzer aus. Fliesen unterscheiden sich außerdem bezüglich ihrer Ritzhärte. Sie gibt an, wie hart und damit widerstandsfähig eine Fliese gegen Kratzer ist. Die Ritzhärte reicht von 1 für sehr weich bis zur Abriebklasse 10, die eine sehr harte Fliesenglasur auszeichnet. Außerdem werden insgesamt fünf Abriebklassen unterschieden. Abriebklasse 1 steht für eine sehr leichte Beanspruchung. Mit jeder weiteren Abriebklasse wird die Belastbarkeit gesteigert bis zur Abriebklasse 5, die eine sehr starke Beanspruchung kennzeichnet. Die Abriebklassen 1 bis 3 eignen sich für den wohnlichen Bereich, während die Abriebklassen 4 und 5 auch für den gewerblichen Bereich, zum Beispiel für Krankenhäuser, Hotels, Praxen und Verkaufsflächen, verwendet werden können. Die Rutschsicherheit wird in den Stufen R9 bis R 13 ausgewiesen, wobei R9 für geringste Anforderungen und R 13 für besonders hohe Anforderungen steht. Teilweise sind im gewerblichen Bereich bestimmte Trittsicherheitsklassen gesetzlich vorgeschrieben.